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Wie die Psyche Ihr Essverhalten beeinflusst und was es mit intuitivem Essen auf sich hat

Wie ist Ihre Beziehung zum Essen?

Kommt Ihnen das bekannt vor: Sie haben teilweise Schuldgefühle und sind unsicher, was Sie essen sollten, um gesund zu bleiben und Ihr Gewicht zu halten. Sie versuchen, Gelüste nach Lebensmitteln, die Sie für schlecht halten, abzuwehren. Die Gedanken drehen sich dennoch ständig ums Essen, Sie werden grantig und die Willenskraft muss stark sein, um dem vermeintlich ungesunden Essen zu widerstehen. Wenn Sie jemals eine Diät versucht haben, wissen Sie, dass die meisten Diäten langfristig keinen Gewichtsverlust aufrechterhalten.

Statt sich von restriktiven Diäten leiten zu lassen, ist es wichtig, auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers zu hören und eine ausgewogene Ernährung zu praktizieren, die auf Nahrungsmitteln basiert, die Energie und Nährstoffe liefern. Hier setzt das intuitive Essen an.

Was ist intuitives Essen?

Intuitives Essen ist ein neuartiger Ansatz, der vertritt, dass weder Willenskraft noch strenge Regeln oder Kontrolle über das Essen notwendig sind, um sein gesundes Gewicht zu erhalten. Der Schwerpunkt liegt darauf, sich mit angeborenen Körpersignalen in Verbindung zu setzen, die mit Hunger und Sättigung verbunden sind. Bei Diäten dominiert meist die Kontrolle von außen in Form von Kalorienzählen, Lebensmittelbeschränkungen, vordefinierte Portionsgrößen oder festgelegte Zeitfenster. Das intuitive Essen hingegen basiert auf der Annahme, dass der eigene Körper genau weiß, was er braucht. Intuitives Essen lehrt einem, diese Signale wahrzunehmen und zu achten, anstatt sich von äußeren Einflüssen wie Diäten oder emotionalen Auslösern leiten zu lassen.

Zahlreiche Studienergebnisse liefern vielversprechende Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit von intuitivem Essen. Es hat neben positiven Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden auch einen positiven Effekt auf das Vertrauen in den eigenen Körper – sowohl bezogen auf die Menge der konsumierten Lebensmittel als auch auf des Sättigungsgefühl. Zusätzlich kann intuitives Essen dazu beitragen, gestörte Essverhaltensweisen zu reduzieren. Insgesamt wurden sowohl bei Männern als auch bei Frauen psychologische Auswirkungen wie gesteigertes Selbstwertgefühl und Bewältigungsfähigkeiten sowie Verbesserungen der körperlichen Gesundheit nachgewiesen.

Wie funktioniert intuitives Essen?

Sie fragen sich sicher, wie Sie beim intuitiven Essen ein Überessen vermeiden können? Oft sind es strenge Diäten, die zu Überessen führen, als eine Reaktion auf Hunger und Unterernährung. Die viel verbreitete Angst, "dick" zu werden, basiert nicht zuletzt auf gesellschaftlichen Standards und dem Druck sozialer Medien. Intuitives Essen geht zum einen davon aus, dass es für jeden ein individuelles Idealgewicht und keinerlei Verbote gibt. Somit verliert die bisher "verbotene Frucht" ihren Zauber und Sie haben nicht mehr den Drang, diese ständig zu essen. Durch die Erlaubnis, jedes Lebensmittel und jede Mahlzeit essen zu können, entfällt die Notwendigkeit der Selbstkontrolle. Es gibt keine selbst auferlegten Einschränkungen bezüglich Diäten oder Kalorien, weil Sie auf Ihre Körpersignale reagieren.

Merken Sie sich Folgendes: Irgendwo entlang der Linie haben wir aufgehört, unseren Körpern zu vertrauen und begonnen, unsere inneren Signale zu ignorieren. Das Erlernen, wieder auf unseren Hunger und unsere Sättigungssignale zu hören, braucht Zeit, baut aber letztendlich eine größere Zufriedenheit beim Essen auf.

Intuitives Essen deckt die Verbindung zwischen Ernährung und der Psyche auf

Ihre Psyche spielt eine entscheidende Rolle in Bezug auf Ihr Essverhalten. Emotionale Zustände wie Stress, Traurigkeit oder Langeweile können dazu führen, dass Sie aus emotionalen Gründen essen, anstatt aufgrund von Hunger. Auch die negative Beziehung zum Essen, wie Schuldgefühle oder restriktives Denken, können zu einem gestörten Essverhalten führen und die Fähigkeit, auf die natürlichen Signale des eigenen Körpers zu hören, beeinträchtigen.

Nützen Sie daher folgende praktische Übungen für intuitives Essen, um eine bessere Verbindung zwischen dem Körper und der Psyche herzustellen und um ein gesundes Essverhalten zu etablieren:

  1. Selbst Check-In: Stellen Sie sich diese Fragen das nächste Mal, wenn Sie zu Essen greifen möchten:
  • Bin ich gerade wirklich hungrig?
  • Warum möchte ich jetzt essen?
  • Möchte ich damit meine Emotionen beeinflussen?
  • Gibt es etwas anstelle von Essen, das meine Bedürfnisse gerade besser befriedigt?
  1.  Achtsames Essen: Nehmen Sie sich bewusst Zeit, um ohne Ablenkungen wie Fernsehen oder Handy zu essen. Konzentrieren Sie sich darauf, den Duft, die Textur, den Geschmack und das Aroma Ihrer Mahlzeit wahrzunehmen und vollends zu genießen.
  2. Hunger-Sättigungs-Skala: Verwenden Sie eine Skala von 1 bis 10, um Ihren Hunger- und Sättigungsgrad zu bewerten. Versuchen Sie, wenn Sie Hunger verspüren, bei etwa 3-4 zu essen und bei etwa 6-7 aufzuhören, sodass Sie sich angenehm gesättigt fühlen.
  3. Emotionales Tagebuch: Führen Sie ein Tagebuch über Ihre emotionalen Zustände und Ihr Essverhalten. Identifizieren Sie Muster und suchen Sie nach alternativen Bewältigungsstrategien für emotionales Essen. 

Intuitives Essen ist ein Weg, um eine bessere Verbindung zwischen Körper und Psyche herzustellen und um ein gesundes Essverhalten zu fördern. Indem Sie lernen, auf die natürlichen Signale Ihres Körpers zu achten und sich von emotionalen Auslösern zu lösen, können Sie eine positive Beziehung zum Essen entwickeln und Ihr Wohlbefinden steigern. Nützen Sie die praktischen Übungen, um Ihre Fähigkeit zum intuitiven Essen zu stärken und Ihr Essverhalten zu verbessern.

Mirjam Kirchengast, MA
Systemische Coachin, psychosoziale Gesundheitsberaterin i.A.
mirjam-coacht.at

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